• Buecher_die_aufgeplappt_und_beschriftet_aufeinander_liegen
  • Buecher_die_aufgeplappt_und_beschriftet_aufeinander_liegen
  • Buecher_die_aufgeplappt_und_beschriftet_aufeinander_liegen

Mein Blog

Oliver Buslau

rss

 


Ein Klavierstück im Stil von Bach
Seit ich diese neue Website habe, bringe ich die Beiträge, die bisher auf verschiedenen Blogs verteilt waren, an dieser Stelle zusammen. Und in diesem Beitrag hier geht es um das Komponieren - neben dem Schreiben eine große Leidenschaft von mir.

Viele Klavierschüler kennen und üben die zweistimmigen Inventionen von Johann Sebastian Bach. Durch ihren kontrapunktischen Stil schulen sie beide Hände. Die Stücke sind aber auch für angehende Komponisten interessant. Es ist eine gute Übung, selbst eine Invention im Bach-Stil zu schreiben.

Hier ein solcher Versuch zum Runterladen:

Eine Invention von mir (in d-Moll) im Stil von Johann Sebastian Bach.

-> Hier die Datei zum Anhören (als MP3).

-> Hier die Noten als PDF zum Runterladen, Ausdrucken und Spielen. 

Leider hat das Programm manche Haltebögen nicht gefressen.
Den endgültigen Anstoß dafür verdanke ich  dem Buch “Kontrapunkt” von Diether de la Motte. Dort wird die Vorgehensweise genauer erläutert.

Ich fasse mal zusammen, wie ich vorgegangen bin:

Man muss zunächst zu einem  markanten Themenkopf eine zweite Stimme im doppelten Kontrapunkt (!) erfinden.
Doppelter Kontrapunkt heißt: Die Stimme kann als Unter- oder Oberstimme verwendet werden. Das ist für den weiteren Verlauf der Invention wichtig. Der doppelte Kontrapunkt gelingt, wenn man die üblichen Regeln einhält, aber zusätzlich (wenn die zweite Stimme Oberstimme ist) Quinten auf den betonten Zeiten vermeidet. Die werden nämlich bei Vertauschung Quarten – und die sind nicht bassfähig,

Dann macht man sich einen Plan: In welchen Tonarten sollen die einzelnen Themendurchführungen erscheinen? Hier sollte man nicht zu kompliziert denken. Eine Parallel- und eine Dominanttonart reicht. Den Schluss bildet dann eine Durchführung in der Grundtonart – mit vertauschten Stimmen. Für all diese Durchführungen benutzt man den Kontrapunkt, den man zu Anfang erfunden hat.

Zwischen den Durchführungen führen kurze Sequenzen in die neuen Tonarten. Auch hier gilt: Weniger ist mehr. Höchstens dreimal die Sequenz laufen lassen, sonst wirds langweilig. Das Motiv der Sequenz nimmt man aus dem Thema oder (raffinierter) aus dem erfundenen Kontrapunkt.
Meine Invention hat ein paar Fehler: Zum Beispiel gefällt es mir nicht, dass die Bassstimme einmal ziemlich weit hinaufgeht. Wenn man das Stück auf dem Klavier spielt, ist das in Ordnung, und die musikalische Logik dürfte auch gewahrt sein, aber ich stelle mir eigentlich beim Schreiben ganz gerne bestimmte Einzelinstrumente vor.

Na ja, vielleicht würde das hier mit Geige und Cello funktionieren …

Demnächst stoße ich in die Dreistimmigkeit vor, und dann kommen weitere Beispiele!




Comments are closed.