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Mein Blog

Oliver Buslau

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Bericht aus dem Inneren des Sinfonieorchesters Bergisch Gladbach
Seit 2013 spiele ich im Sinfonieorchester Bergisch Gladbach Bratsche. Das Orchester besteht zum Großteil aus Amateuren. In diesem Jahr (2018) feiert es seinen 50. Geburtstag. Aus diesem Anlass haben wir einen der bedeutendsten Konzertsäle besucht - die Tonhalle Düsseldorf. Am 12. Mai 2018 spielte das Orchester zum ersten Mal dort. Auf dem Programm standen Werke von Ludwig van Beethoven: das Violinkonzert und die Sinfonie Nr. 7. Für das Bergisch Gladdbacher Online-Portal in-gl.de habe ich einen Artikel über das "Innere" des Orchesters geschrieben - über die Probenarbeit, die Freude an der Klassik, und darüber, was ein Sinfonieorchester eigentlich ist.
Hier geht's zum Artikel.

Die 111 Klassik-Werke als Vortrag ...


Warum spielt Herr Paganini auf dem Gemälde nur auf einer Saite, und was meint der gestrenge Herr Beethoven dazu, der mir über die Schulter schaut?

Zum dritten Mal habe ich nun einen Vortrag über die Geheimnisse der klassischen Musik gehalten - basierend auf meinem Buch "111 Werke der klassischen Musik, die man kennen muss" mit vielen Geschichten rund um Mozart, Bach, Beethoven, Wagner und Co.

Woher kommt eigentlich das Gerücht, Mozart sei von seinem angeblichen Rivalen Salieri ermordet worden? Wie klingt die Stimme eines (echten) Kastraten? In welchem Klavierstück verrät uns Beethoven, wer die legendäre "Unsterbliche Geliebte"war - und wie macht er das? Was ist Zwölftonmusik, und warum gibt's die überhaupt?

Mir hat der Abend in der Stadtbücherei Düsseldorf-Rath eine Menge Spaß gemacht. Die vielen Gespräche mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben mir gezeigt: Beim Publikum kam der Vortrag auch sehr gut an. Demnächst gibts weitere Termine auf meiner Termine-Seite.

Wohnzimmerlesung mit „Wahn“ in Leichlingen
Autorenlesungen gibt es ja in Buchhandlungen, auf Festivals, gelegentlich auch an sehr außergewöhnlichen Orten (die dann unter Umständen mit der Romanhandlung in Verbindung stehen). Gestern habe ich ein ganz besonders reizvolles Lesungskonzept erleben dürfen: eine so genannte „Wohnzimmerlesung“.

Veranstalter war der Förderverein der Bücherei Leichlingen, Lesungsort aber ein privates Wohnzimmer. So verband sich das Leseerlebnis mit dem Flair eines Salons. Als Autor ist man dabei viel näher an den Besucherinnen und Besuchern - vor allem, wenn man dann auch noch eine Szene parat hat, die dann sozusagen vor der Haustür spielt. Mein neuester Bergischer Krimi „Wahn“ spielt zwar in der Wahner Heide, aber der Held - Privatdetektiv Remigius Rott - hat in der Geschichte einen Zwischenstopp in Leichlingen-Trompete (ja, so heißt der Stadtteil) zu absolvieren. Und da gab es natürlich eine schönen Wiedererkennungseffekt.

Ich habe so manche neue Leserin, so manchen neuen Leser für meine Bergischen Krimis gewinnen können. Viele der Anwesenden sind, das merkte man den Gesprächen, regelmäßig bei den Wohnzimmerlesungen des Fördervereins dabei. Und natürlich gibt es auch nicht nur Literatur und Gespräche: Getränke von Wein bis Apfelschorle und erlesene Snacks gehören auch dazu.

Zur Webseite des Fördervereins, dem ich auch das nachfolgende Foto verdanke, gehts hier.




Buchpremiere "Wahn"



Vor gut einer Woche durfte ich den neuen Bergischen Krimi „Wahn“ bei der Premierenlesung in der Buchhandlung Funk in Bergisch Gladbach-Bensberg vorstellen. So ein Termin ist für einen Autor immer was besonderes: Bis dahin haben ja nur ganz wenige Menschen das Buch gelesen, und das vor allem aus professionellen Gründen. Die Lektorin, die Korrekturleserinnen - sie lesen ja, um zu prüfen, nicht um Spaß zu haben (OK, den haben sie hoffentlich auch, aber es geht natürlich in erster Linie um was anderes). Aber nun: Das wahre, wirkliche Publikum. Besonders nett ist es, wenn dann auch noch Leute da sitzen, die das ganz frische Buch schon verschlungen haben - und denen es so gut gefallen hat, dass sie auch noch in die Lesung kommen. Herrlich.
Auf den Auftakt folgen jetzt noch drei weitere Lesungen. Zu den Terminen geht es hier.

111 Werke der klassischen Musik, die man kennen muss
Seit etwa 20 Jahren schreibe ich Kriminalromane, aber nun gibt es mal etwas anderes anzukündigen als einen Krimi.
Morgen (24.8.2017) erscheint mein Buch

"111 Werke der klassischen Musik, die man kennen muss
".

Es ist eine reich bebilderte Reise durch die Welt der Klassik mit vielen Geschichten rund um berühmte und entdeckenswerte Werke und ihre Komponisten. Das Buch ist natürlich wunderbar für Klassik-Einsteiger geeignet, aber ich bin sicher, dass auch Kenner Neues erfahren werden.

Das kann jeder für sich gleich mal anhand dieser Fragen testen (die natürlich alle in dem Buch beantwortet werden):

In welchem Werk erklingt kein einziger Ton – und was ist der Witz dabei?
Welche moderne Sinfonie machte selbst Madonna und Michael Jackson die Pop-Chart-Plätze streitig?
Warum musste die Leiche des Geigenvirtuosen Niccolò Paganini Leiche auf eine Beisetzung warten und wo befand sie sich in der Zwischenzeit?
Worin besteht das Geheimnis von Mozarts "Kleiner Nachtmusik"?
Wer war die legendäre "Elise", für die Beethoven das berühmte Klavierstück schrieb?
Und apropos Beethoven: Der Komponist war in weitestem Sinne an der Erfindung der CD beteiligt. Warum und wie?

Informationen zum Buch gibts direkt vorne dieser Website: www.oliverbuslau.de.

Ich habe die 111 Klassikwerke auch zu einer Spotify-Playliste zusammengestellt. Bitte hier klicken, um sie aufzurufen.

Und wer weitere Klassik-Tips haben möchte, der ist natürlich als Hörerin oder Hörer in meiner wöchentlichen Klassik-Sendung auf Secondradio herzlich willkommen. Die Klassikwelten sind leicht und kostenlos zu hören über die Webseite www.secondradio.de, und das jeden Sonntag von 16:02 bis 18:00 Uhr.

Den neuen Krimi (der zehnte Fall für Remigius Rott!) gibts dann auch noch - und zwar im Oktober. Dazu dann später mehr.
Besonders Neugierige erfahren aber schon hier etwas dazu:
https://www.emons-verlag.de/programm/wahn
Lesungstermine gibts auch schon: http://www.oliverbuslau.de/Termine



Warum das in Köln ablehnte Stück von Steve Reich nichts mit "Hurz" zu tun hat

In Köln wurde ein Konzert mit dem Werk "Piano Phase" von Steve Reich gestört, so dass der Interpret das Stück abbrechen muste.
Hier einige Links dazu (Kölner Stadt-Anzeiger und Die Welt):

http://www.ksta.de/kultur/konzert-in-der-koelner-philharmonie-abgebrochen--reden-sie-doch-gefaelligst-deutsch---23646344

http://www.ksta.de/kultur/koelner-toleranz--so-debattiert-das-netz-ueber-das-abgebrochene-philharmonie-konzert-23652182

http://www.welt.de/kultur/buehne-konzert/article152816333/Beispiel-der-Verrohung-heutiger-Konzertbesucher.html
 
Viele haben sich in den Medien darüber zu Recht empört, doch aus einigen Richtungen kam auch Verständnis, weil das Werk angeblich so modern sei (es ist fast 50 Jahre alt), manche verglichen es sogar mit dem berühmten Hape-Kerkeling-Gag "Hurz".


Warum hat Steve Reichs Werk nichts mit "Hurz" zu tun?

Deshalb: Reichs Werk bezieht sich auf ein extrem bekanntes und anerkanntes Werk von Bach (nicht zufällig wurde in Köln Bach UND Reich gespielt), nämlich auf dieses:

Bach wiederholt eine einzige rhythmische Figur, führt sie aber harmonisch weiter, während Reich eine einzige harmonische Figur wiederholt, die er rhythmisch (eben nicht harmonisch) so raffiniert überlagert, dass allein durch diese Mikrokanons neue, bis dato in der Musik nie gehörte rhythmische Strukturen entstehen, die die Form bilden.

(Bei Bach bildet die Harmonik die Form, also das, was sich verändert. Im berühmten Bolero von Ravel - auch so ein Wiederholungsding, bei dem übrigens in der Uraufführung protestiert wurde - ist es die Klangfarbe, also die Instrumentation). Dass die Harmonik bei Reich gewissermaßen atonal ist und fremd klingt, hat darin seinen Grund: Der Genuss bekannter harmonischer Fortschreitungen soll von diesem Konzept eben nicht ablenken (das ist übrigens bei den Minimalisten Glass und Nyman anders, deswegen sind sie populärer, sie "klingen schöner", während Reich eben zum Denken zwingt).

Und wer mit dem Gegensatz "Gefühl" und "Mathematik" kommt: Das Bach-Stück folgt (harmonisch) auch einer rein mathematischen Formel. Die Basslinie schreitet einmal durch den ganzen Oktavbereich, in dem sich die folgenden Präludien und Fugen des Wohltemperierten Klaviers (die Sammlung, die das Präludium einleitet) vollziehen werden. DAS ist klassische Musik. Nicht der Vivaldi-Konsum im Hintergrund beim Italiener ...

Hier auch noch der Link zu Reichs Werk:

https://www.youtube.com/watch?v=7P_9hDzG1i0

Am 20.3. gibts wieder meine Sendung "Klassikwelten", ab 16 Uhr live auf www.secondradio.de, einfach zu hören über die Website!

Dort erfährt man so was ...


Der Weg durch den Kontrapunkt: Vierstimmige Fuge

Ich habe hier ja schon mal darüber berichtet, dass ich neben dem Bratschenspiel noch ein anderes musikalisches Interesse habe: die Kunst des Kontrapunkts.

Ich muss gestehen, ich tue mich mit einigen Herausforderungen auf diesem Gebiet ziemlich schwer. Allerdings habe ich nun weitere Fortschritte gemacht, seit ich vor etwa anderthalb Jahren auf ein tolles Lehrbuch gestoßen bin: „Kontrapunkt in Selbststudium und Unterricht“ von Thomas Krämer (der Titel ist gleichzeitig der Link zu Amazon).



Es gibt einen entscheidenden Unterschied zu den alten Kontrapunktschulen aus meiner Studienzeit (zum Beispiel die von Lemacher-Schröder oder Jeppesen):

Krämer stellt die Kunst des mehrstimmigen Komponierens in den Zusammenhang der Funktionsharmonik. Die Analysen und Aufgaben behandeln verschiedene Stile bis in die Romantik – und natürlich geht es sehr stark auch um den barocken Kontrapunkt. Am faszinierendsten finde ich die Übungen im Bachstil. Krämer präsentiert unter anderem kontrapunktische Sätze des Komponisten mit Lücken, die man dann vervollständigen soll (dabei wird man sofort SEHR demütig!). Und es gibt natürlich Aufgaben für Inventionen und Fugen.

Ich bin mittlerweile bei der vierstimmigen Fuge angelangt. Ein Ergebnis möchte ich hier präsentieren: die Fuge C-Dur, deren Thema von Krämer stammt. Es ist gleichzeitig die Aufgabe 4.B.24 (Seite 322) aus dem Buch.


Ich stelle hier die Partitur (Streicherversion) als PDF ein, und hier eine elektronisch erzeugte MP3-Datei zum Hören (Sound: großes Streichorchester).

Beides ist frei runterladbar und darf gerne verteilt werden. Ich stelle auch gerne Aufführungsmaterial (Stimmen) zur Verfügung. Bei Interesse bitte nachfragen.

Hier meine Vorgehensweise bei der Komposition der Fuge:

Nach einigen Fehlschlägen ist mir klargeworden: Man sollte nicht einfach anfangen und nach und nach das Stück komponieren, „wie es kommt“, sondern erst mal das Thema in verschiedenen Varianten vierstimmig setzen (mit dem Thema als Ober- und als Unterstimme, in Dur und Moll, modulierend und nicht modulierend, auf möglichst verschiedene Weise). Damit hat man schon mal die Gewissheit, dass man die Durchführungen der Fuge auch wirklich hinkriegt.

Dann sucht man sich ein markantes Motiv aus den erschaffenenen Kontrapunkten (oder aus dem Thema) für die Zwischenspiele, die ja unter Umständen themenfrei von einer Tonart in die andere führen sollen. Ich selbst tue mich mit den Zwischenspielen etwas schwer. In meiner Aufgabenlösung gibt es daher kaum themenfreie Abschnitte (eigentlich nur Takt 37 bis 39).

Bei den Vorbereitungen sollte man sich auch überlegen, ob es Möglichkeiten für Engführungen oder andere "Spezialkünste" gibt. Ich habe in diesem Thema keine Chance für eine Engführung gefunden, dafür aber eine Möglichkeit, das Thema mit seiner eigenen Spiegelgestalt zu kombinieren (ab Takt 40 in Violine 1 und Cello), und das ist ja auch schon was.

Viel Spaß beim Hören und Lesen!

 


Die Fälle des Prof. Archibald Winter - erstmals als Buch!
Sherlock Holmes, Kommissar Maigret oder Hercule Poirot ... Jahrzehntelang hat Professor Archibald Winter an der Universität Studenten in Literaturgeschichte unterrichtet, aber seine wahren Helden stammen nicht von Schiller oder Goethe. Archibalds heimliche Liebe gilt den Kriminalgeschichten, die schon immer gerne las – mit einem Glas Rotwein zur Hand oder den Klängen einer klassischen Sinfonie im Hintergrund. Jetzt, im Ruhestand, hat er sich einen Traum erfüllt: Zusammen mit der Kommissarin Barbara Bruhns geht er auf Verbrecherjagd – und sein scharfer, an klassischen Krimis geschulter Verstand führt die Ermittler immer wieder auf die richtigen Indizien ...
Archibalds Fälle begeistern seit 2011 Woche für Woche in der Programmzeitschrift TVKlar viele Fans. Über 200 Krimis mit ihm als Hauptfigur sind seither erscheinen.
Seit heute gibt es vier Geschichten erstmals in Buchform.

Hier der Link zum E-Book.

Hier der Link zum Printbuch.

Archibald hat übrigens auch eine eigene Facebook-Seite: www.facebook.com/TVklar.Archibald.


 

Und darum gehts:

 

Archibald und Marcels Geheimnis
Die Ehefrau eines Taxifahrers entdeckt, dass ihr Mann einer Unbekannten regelmäßig Geld überweist. Warum und wozu traut sie sich nicht zu fragen, denn sie hat Angst vor der Antwort …

Archibald und der Schmuck des Supermodels
Alles sieht wie ein Einbruch aus – ein Einbruch, bei dem der Schmuck des jungen Supermodels Sarina Berger gezielt wurde. Doch welches Geheimnis steckt hinter dem unbekannten Verehrer, der Sarina die teure Kette und das Armband schenkte?

Archibald und der Überfall am "Mampftreff"
Ein brutaler Überfall auf den Fahrer eines Abschleppwagens. War es der Racheakt eines Falschparkers? Steckt ein Autodieb dahinter – oder eifersüchtiger Nebenbuhler?

Archibald und Rehbeins Tod
Ein festliches Essen im Hause von Baronin Mira von Stieglitz – und Dr. Rehbein, ein prominenter Herzspezialist, springt auf, rennt aus dem Haus, wird von einem Wagen angefahren und stirbt noch an der Unfallstelle. Der Täter flieht. Was hat den Doktor zu dem seltsamen Verhalten veranlasst? War es Mord?

TextArt 4/2015 ist da

Gestern hatte ich mal wieder eine große Besprechung beim Emons-Verlag. Ich gehöre zu den Autoren, die neue Projekte gerne im Gespräch entwickeln. Dabei bringe ich dann auch schon mal Recherchematerial mit, zeige Bildbände, versuche die Faszination von bestimmten Themen zu vermitteln.
Wir kamen dann auch darauf zu sprechen, dass heute die neue Ausgabe meiner Zeitschrift "TextArt - Magazin für Kreatives Schreiben" erscheint - und wie erfreut war ich, als ich erfuhr: Das Magazin wird im Verlag nicht nur gesammelt und gelesen, sondern allen Mitarbeitern empfohlen und Praktikanten sogar zur Pflichtlektüre gemacht!

Hier ein Überblick über die Themen in der aktuellen Ausgabe:

Wie schreibe ich ein Theaterstück? Was ist eigentlich "Subtext" und wie setzt man ihn beim Schreiben ein? Was ist das Erfolgsgeheimnis des Schriftstellers Jason Dark - Autor von weit über 1000 Heftromanen und Erfinder der Serie "John Sinclair"? Wie arbeitete die große Krimiautorin Agatha Christie?

Das sind nur vier der vielen Themen in der neuen Ausgabe der Zeitschrift "TextArt - Magazin für Kreatives Schreiben", die heute erscheint. Dazu gibt es Lehrbuchrezensionen, Berichte über Schreibwerkstätten, die regelmäßige Kolumne von Schreibcoach Ulrike Scheuermann, das öffentliche Lektorat eines Lesergedichts und vieles andere mehr.


TextArt erscheint vierteljährlich im TextArt-Verlag. Ein Abonnement ist deutlich günstiger als der Einzelkauf, und man erhält als Abonnent oder Abonnentin das Heft etwa eine Woche vor dem offiziellen Erscheinungstermin ganz einfach per Post ohne zusätzliche Versandgebühr. Ein TextArt-Abo ist übrigens auch eine schöne Geschenkidee - nicht nur zu Weihnachten.

Informationen gibts auf der www.textartmagazin.de. Dienstags und donnerstags berät der Leserservice von 10 bis 15 Uhr telefonisch unter 0211 / 905 32 38!

 


Das schlechteste Orchester der Welt - und gleichzeitig eines der genialsten!
War es einfach nur ein konsequent inszenierter Witz, war es ein künstlerisches Happening, mit dem Studenten die Grenzen der Kunst ausloten wollten?

1970 gründete ein Haufen junger Leute in England ein Sinfonieorchester - die „Portsmouth Sinfonia“. OK, das ist noch nichts besonderes, aber jetzt kommts:

Jeder Musiker, jede Musikerin in dem Ensemble hatte ein Instrument zu spielen, das er/sie garantiert nicht (!) beherrschte.

Legten sie es darauf an, das schlechteste (spielfähige) Orchester der Welt zu werden?


Doch dann ging die „Portsmouth Sinfonia“ auf die Bühne, spielte die Fanfare von Strauss’ „Also sprach Zarathustra“, Tschaikowskys „Tanz der Zuckerfee“, Beethovens „Fünfte“ und vieles mehr.

Und: Das Orchester wurde so populär, dass es mehrere Platten aufnahm (darunter eine Hitsingle), dass ein Film entstand - und es spielte sogar in der ehrwürdigen Royal Albert Hall in London.

 

Gestern Abend unterhielten wir uns im Freundeskreis über lustige musikalische Phänomene wie zum Beispiel Florence Foster Jenkins, über die ja auch 2016 ein Film in die Kinos kommen soll. Und da fiel sie mir wieder ein, die legendäre „Portsmouth Sinfonia“, über deren Schallplatte wir uns einst als Studenten amüsierten.


Leider ging die Geschichte dieses Ensembles nach 9 Jahren (1979) zu Ende, aber wir haben ja YouTube, und dort gibt es herrliche Dokumente zu erleben.


Hier eine Linkliste:

Einer der legendärsten Tracks: der Anfang von Strauss’ „Also sprach Zarathustra“.
https://www.youtube.com/watch?v=hpJ6anurfuw

 

Der Schluss aus Rossinis Ouvertüre zu "Wilhelm Tell"
https://www.youtube.com/watch?v=nDZZEfrRbdw

 

Der erste Satz von Beethovens Sinfonie Nr.5:
https://www.youtube.com/watch?v=-JrkFh5ful8


Das gesamte Album: Portsmouth Sinfonia Plays the Popular Classics:
https://www.youtube.com/watch?v=LsFFvthfEZg

Eine kleine dreiteilige Dokumentation über das Konzert in der Royal Albert Hall (mit Interviews der Besucher in der Schlange an der Kasse. Ein älteres Ehepaar scheint nicht zu wissen, worauf es sich einlässt). Ab dem zweiten Teil ist das eigentliche Konzert zu erleben, in dem auch Tschaikowskys erstes Klavierkonzert auf dem Programm stand. Krönendes Ende ist der Halleluja-Chor aus Händels Messias.
https://www.youtube.com/watch?v=dyo-J8omnVo

Der Wikipedia-Artikel (auf englisch):

https://en.wikipedia.org/wiki/Portsmouth_Sinfonia